Wie gesund hätten Sie’s denn gern?

Reiseanalyse 2020

Fast alle Gäste nutzen im Urlaub Gesundheitsangebote. Und das besonders gern in Bayern. Doch was sie sich wünschen, hängt von vielen Faktoren ab, hat die „Reiseanalyse 2020“ ergeben

Bayern-Botschafterin Christine Waibel-Beer im Dirndl schaut freundlich aus ihrem geöffneten Fenster. Vor dem Fenster hängt ein Blumenkasten mit roten Blumen und das Fenster hat grüne Fensterklappen

Interesse an Gesundheit/Wellness/Kur

28 %

der Bevölkerung äußern für die nächsten drei Jahre Interesse an mindestens einer der drei Urlaubsformen Gesundheit/Wellness/Kur (abgekürzt GWK). Das entspricht 19,5 Mio. Interessent*innen. (Für Gesundheits- und Kururlaub interessieren sich gar nur 14 %. Der Rest würde gern wellnessen.)

Doch immerhin

75 %

der deutschsprachigen Bevölkerung über 14 Jahren nutzen im Urlaub gesundheitsorientierte Angebote und Aktivitäten. Oder würden sie nutzen.

Für

25 %

der Bevölkerung ist „Etwas für die Gesundheit tun“ ein besonders wichtiges Urlaubsmotiv. Das entspricht 18 Millionen Menschen. Allerdings ist Gesundheit nur eine Komponente einer überwiegend anders motivierten Reise und steht in der Regel ziemlich weit unten auf der Liste der Motive.

  • Was die Menschen erreichen wollen, wenn sie im Urlaub Gesundheitsangebote nutzen, fällt in drei ziemlich gleich große Bereiche: Jeweils ein Drittel sucht im Urlaub hauptsächlich nach Angeboten zu körperlicher Gesundheit (26 %), zum seelischen Wohlbefinden (24 %) und zum persönlichen Genuss (22 %).
  • Die Werte spitzen sich allerdings zu, wenn man nach Altersklassen differenziert: Für ältere Menschen ab 70 Jahren ist körperliche Gesundheit das wichtigste (48 %), für mittelalte (30-69 Jahre) zählt vor allem seelisches Wohlbefinden (28 %), für jüngere (14-29) ist dagegen der persönliche Genuss am wichtigsten (30 %)
  • Nur 32 % der ganz Gesunden interessieren sich nicht für gesundheitsorientierte Angebote und Aktivitäten. Man muss also offenbar nicht kränkeln, um sich für Gesundheit zu interessieren.

Und was ändert sich bei Betrachtung der Sinus-Milieus?

Je moderner die Grundorientierung des Menschen, desto weniger wichtig ist körperliche Gesundheit und desto wichtiger ist der persönliche Genuss. Den höchsten Wert für persönlichen Genuss erzielt das modernste und fortschrittlichste Milieu überhaupt, die Expeditiven (32 %). Die zeigen dabei geringes Interesse an körperlicher Gesundheit und überhaupt an gesundheitsorientierten Urlaubsangeboten. Interessant auch, dass die größte Bedeutung von körperlicher Gesund­heit im traditionellen Milieu gemessen wurde (40 %).

  • 24 % aller Haupt-Urlaubsreisen führen zu einem Ziel innerhalb Deutschlands. Ähnlich hoch ist der Anteil mit 26 % bei den Gesundheitsaffinen. 
  • Innerhalb der GWK-Interessent*innen fällt das überdurchschnittlich hohe Interesse am Reiseziel Bayern auf (53 %). Auch innerhalb des Schwerpunktes der körperlichen Gesundheit führt Bayern die Rangfolge an, Schleswig-Holstein bei denjenigen, die bei gesundheitsorientierten Angeboten den persön­lichen Genuss im Fokus haben. Bei Gesundheitsaffinen mit Schwerpunkt seelisches Wohlergehen liegen Schleswig-Holstein und Bayern mit nahezu identischen Potenzialen an der Spitze, dicht gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg.

Aktivitäten:

Gesundheitseinrichtungen werden vor allem von Urlauber*innen mit Schwerpunkt körperliche Gesundheit genutzt (17 %), aber auch von solchen, die eigentlich seelisches Wohlbefinden als Schwerpunkt nennen  (13 %)

Gesundes und regionales Essen und Trinken als Interesse Nr. 1:

  • Das ist das Thema, das die Gesamtbevölkerung (46 %), die Gesundheitsurlaubs-Interessent*innen (63 %) und die Gesundheitsaffinen (58 %) von allen gesundheitsorientierten Themen am meisten interessiert. 
  • Für viele der abgefragten Angebote und Aktivitäten zeigt sich ein wachsendes Interesse (5 % mehr als Bevölkerungsdurchschnitt) mit zunehmendem Lebensalter (ab 50 Jahre). Dazu gehören „gesundes Essen und Trinken“, „Verwöhnangebote“, die „gesunde Wirkung der Natur“ sowie „ganzheitliche“ bzw. „alternative Anwendungen“.

Überraschende Produktkombis: 

65 % der Menschen, die sich für klassische Kuranwendungen interessieren, finden auch alternative und ganzheitliche Angebote interessant!