B1 – Erfolgreiche Gremienarbeit

Entscheidungsgremien sind Partner in der Entwicklung der Destination. Eine zukunftsfähige DMO bereitet Entscheidungen gemeinsam so vor, dass Klarheit über Ziele, Auswirkungen und Optionen entsteht. Unterschiedliche Interessen werden offen angesprochen, statt sie unter den Teppich zu kehren. Entscheidungen werden nachvollziehbar erklärt, der Informationsfluss ist verlässlich und planbar.

Mit diesen Themen solltet ihr euch beschäftigen

  • Rollen klären und gemeinsam Ziele erreichen
    Gremien und Geschäftsstelle arbeiten am selben Ziel. Erwartungen, Rollen und Verantwortlichkeiten sind geklärt – strategische Steuerung und operative Umsetzung sind definiert und gehen Hand in Hand.
  • Entscheidungsgrundlagen gut vorbereiten und abwägen
    Entscheidungen werden so vorbereitet, dass Ziele, Optionen, Auswirkungen, Risiken und Ressourcen klar sind. Unterschiedliche Interessen und Perspektiven werden sichtbar gemacht und bewusst abgewogen – Konflikte werden zur Weiterentwicklung genutzt.
  • Transparente Kommunikation und verlässlicher Informationsfluss
    Entscheidungen und ihre Gründe werden nachvollziehbar kommuniziert. Der Austausch läuft regelmäßig und planbar – nicht nur „wenn’s brennt“.

Diese Fragen könnt ihr euch außerdem stellen

  • Welche Spannungen und Konflikte treten in der DMO immer wieder auf? Und wie lassen sie sich nutzen, um tiefere Erkenntnisse über die Organisation zu gewinnen?
  • Wie lassen sich die unterschiedlichen Interessen und Kompetenzen nutzen, um die Organisation insgesamt weiterzuentwickeln?

Wie macht das die Sonnenhügel Tourismus GmbH?

Ohne eine gute strategische Zusammenarbeit mit Entscheidungsgremien geht es nicht – das hat Katharina Seidl als Geschäftsführerin der Sonnenhügel Tourismus GmbH immer wieder festgestellt. Die Basis dafür ist eine klare Aufteilung: Der Aufsichtsrat setzt den Rahmen für die Entwicklung der Destination, die Geschäftsführerin Katharina Seidl ist für die operativen Entscheidungen zuständig.

Gemeinsam mit Sofia Romano und dem Kommunikationsteam haben sie zudem Formate wie den “Informationsbrief Tourismus” und die vierteljährliche Veranstaltung “Ein Abend Urlaub” entwickelt. Dort werden die Mitglieder der Entscheidungsgremien regelmäßig über aktuelle Themen informiert – und es entsteht Raum für Austausch, Rückfragen und neue Impulse.

Als im Aufsichtsrat ein Streit über die Priorisierung von Naturschutz versus Wirtschaftsförderung eskalierte, hat Katharina Seidl nicht versucht, den Konflikt zu glätten. Stattdessen hat sie in der nächsten Sitzung beide Positionen klar dargestellt, die jeweiligen Argumente zusammengefasst und einen strukturierten Abwägungsprozess vorgeschlagen: Was sind die Kriterien? Welche Informationen fehlen noch? Wer ist betroffen? Das Ergebnis war kein fauler Kompromiss, sondern eine bewusste Entscheidung – mit dokumentierten Gründen, die auch nach außen kommuniziert werden konnten.

Ein Geheimtipp von Katharina Seidl sind übrigens die gelegentlichen Kaffeetermine mit einzelnen Aufsichtsratsmitgliedern. Gerade weil es keine feste Agenda gibt, sind diese Termine oft sehr ergiebig und helfen dabei, sich gegenseitig besser zu verstehen und Vertrauen aufzubauen. So werden Entscheidungen tragfähig.

 

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