C1 – Gemeinsamer Lebens- und Erlebnisraum für Gäste und Einheimische

Eine zukunftsfähige DMO gestaltet die Destination als gemeinsamen Lebens- und Erlebnisraum für Gäste und Einheimische – so entsteht Tourismusakzeptanz. Bedürfnisse und Belastungsgrenzen werden ernst genommen, Dialog- und Beteiligungsmöglichkeiten geschaffen, Angebote für unterschiedliche Zielgruppen entwickelt. Barrierefreiheit ist dabei ein wichtiger Baustein. Die Destination soll für alle zugänglich sein. Gäste werden für  respektvolles Verhalten gegenüber den Menschen vor Ort sensibilisiert.

Mit diesen Themen solltet ihr euch beschäftigen

  • Gemeinsamen Lebens- und Erlebnisraum bewusst gestalten
    Die Destination wird als Raum für Einheimische und Gäste gleichermaßen verstanden. Angebote und Entwicklungen berücksichtigen unterschiedliche Bedürfnisse, Nutzungen und Belastungsgrenzen. Kultur und Brauchtum werden aktiv unterstützt und bieten Begegnung und Austausch für Gäste und Einheimische, damit Lebens- und Erlebnisqualität zusammenpassen.
  • Tourismusakzeptanz systematisch aufbauen und überwachen
    Die Bedürfnisse der Bevölkerung werden ernst genommen und sichtbar gemacht. Die DMO leitet daraus konkrete Maßnahmen ab und zeigt nachvollziehbar auf, was sich dadurch verändert. Zudem wird proaktiv kommuniziert, welche Mehrwerte der Tourismus mit sich bringt.
  • Gäste gezielt informieren und lenken
    Gäste werden früh und verständlich sensibilisiert. Verhaltensgrundsätze sind konkret und positiv formuliert – und werden durch passende Rahmenbedingungen wie gute Wegführung und Alternativen unterstützt.

Diese Fragen könnt ihr euch außerdem stellen

  • Wie wird Tourismus von der Bevölkerung wahrgenommen – wo verschlechtert die DMO mit ihrer Arbeit die Lebensqualität, wo verbessert sie sie?
  • Wo geraten Angebote für einzelne Zielgruppen in ein Ungleichgewicht – und wie lässt sich sicherstellen, dass der Nutzen für die Allgemeinheit nicht aus dem Blick gerät?

Wie macht das die Sonnenhügel Tourismus GmbH?

Unter dem Stichwort „ErLebensraum Heimat“ organisiert Sofia Romano von der Sonnenhügel Tourismus GmbH regelmäßig Dialogformate für Einheimische und Gäste. Auch der Bürgermeister ist dabei. Ihm ist wichtig, dass der Tourismus in der Bevölkerung als bereichernd wahrgenommen wird – und sein Ort für Gäste und Einheimische gleichermaßen attraktiv ist.

Ein Beispiel ist das Freizeitzentrum Heuberg mit Kletterwald. Das Team holte Feedback von Gästen und Einheimischen frühzeitig mit Umfragen und in einem Dialogforum ein. So wurden die Bedürfnisse von Familien und Schulklassen einbezogen, aber auch die Sorgen von Anwohnenden vor der Überlastung der Zufahrtsstraße berücksichtigt.

In Sonnenhügel führt ein beliebter Wanderweg direkt an einem Bauernhof vorbei. Immer wieder kam es zu Konflikten: Gäste ließen Hunde freilaufen, pflückten Obst oder parkten Einfahrten zu. Die Lösung? Ein freundliches Schild am Wegesrand: „Du bist hier zu Gast – bei Familie Huber. Die Kühe freuen sich über Abstand, der Hund bleibt an der Leine, und das Obst schmeckt am besten vom Hofladen nebenan.“ Dazu ein QR-Code zum Hofladen mit 10% Rabatt für Wanderer. Ergänzend findet positiv-humorvolle Kommunikation dazu auf Social Media statt. Das Ergebnis: weniger Beschwerden, mehr Umsatz im Hofladen – und Gäste, die sich willkommen fühlen, statt zurechtgewiesen.

Gemeinsamer Lebens- und Erlebnisraum heißt für Produktmanager Johannes Brenner auch: Angebote für alle schaffen. Unter dem Motto “Sonnenhügel für Alle” setzt er Barrierefreiheit in die Praxis um, etwa im Freizeitbad oder bei den neuen Komfortwanderwegen. Wo es Grenzen gibt, wird das früh kommuniziert – so entstehen keine falschen Erwartungen.

 

Newsletter

Bleibt auf dem Laufenden! Unser Partner-Newsletter informiert euch regelmäßig und kostenlos über relevante Themen, Trends und Termine.

Anmelden