C2 – Umweltsensible Gestaltung von Angeboten und Erlebnissen

Eine zukunftsfähige DMO schützt die Natur und macht ihren Wert für Gäste und Einheimische erlebbar. Durch Besucherlenkung, Angebotsentwicklung und Klimafolgenanpassung entsteht ein Ausgleich zwischen Naturschutz und Erholungsqualität. Nutzungskonflikte werden frühzeitig moderiert, damit die Natur dauerhaft erhalten bleibt.  Gäste und Einheimische werden proaktiv über naturverträgliches Verhalten informiert und für Naturschutz sensibilisiert.

Mit diesen Themen solltet ihr euch beschäftigen

  • Angebote und Erlebnisse umweltsensibel gestalten
    Die Interessen der Natur werden in die Konzeption von Angeboten von Anfang an einbezogen und konkret übersetzt, z.B. durch Anreize, sich ökologisch zu verhalten oder Integration von Produkten mit kurzen Lieferwegen.
  • Besucherlenkung ganzheitlich organisieren
    Besucherlenkung wird so gestaltet, dass Erlebnisqualität, Lebensqualität vor Ort und Naturschutz in Balance stehen. Maßnahmen sind an die Situation angepasst und fördern das gewünschte Verhalten mit praktikablen Anreizen – etwa durch attraktive Alternativen, klare Wegeführungen oder zeitliche Entzerrung.
  • Sensibilisieren und Wert der Natur vermitteln
    Naturschutz ist sichtbar und erlebbar, z.B. in entsprechenden Angeboten, durch den Kontakt mit Rangern oder Informationsmaterial. Wer die Natur besucht, bekommt ihren Wert über unterschiedliche Wege vermittelt.

Diese Fragen könnt ihr euch außerdem stellen

  • Werden die Belange der Natur von Anfang an in Projektplanungen einbezogen oder erst ganz am Schluss?
  • Wie lassen sich Angebote schaffen, die Naturschutz authentisch und positiv erlebbar machen? Wie können klimatische Veränderungen dabei schon jetzt berücksichtigt werden?

Wie macht das die Sonnenhügel Tourismus GmbH?

Mit der neuen Gästekarte ist der ÖPNV in Sonnenhügel kostenlos nutzbar. Bei vielen Ausflugszielen bekommen Einheimische und Gäste einen Rabatt, wenn sie mit dem Bus, Rad oder zu Fuß anreisen.

An Wochenenden mit vielen Ausflüglern sind seit dem letztem Jahr ehrenamtliche Naturbotschafterinnen und -botschafter in den renaturierten Flussauen unterwegs. Sie erklären, warum bestimmte Bereiche geschützt sind, zeigen seltene Pflanzen und erzählen Geschichten über die Landwirtschaft. Besucherinnen und Besucher finden das sehr spannend. Wer versteht, was er vor sich hat, geht anders damit um. Und nebenbei entstehen Begegnungen zwischen Gästen und Einheimischen.

Damit die Natur in der Angebotsentwicklung wortwörtlich mit am Tisch sitzt, nutzt Produktmanager Johannes Brenner bei Brainstormings eine große Pappfigur. Sie steht für „die Natur“ und hat einen festen Platz am Tisch. Klingt verspielt, hat aber einen konkreten Effekt: Bei jedem neuen Angebot fragt das Team automatisch: Wie kommen die Gäste hin? Wo sind sensible Flächen? Welche Wege werden genutzt, welche überlastet? So wird Besucherlenkung nicht nachträglich aufgesetzt, sondern ist von Anfang an Teil der Produktentwicklung – von der Anreise über die Wegeführung bis zur Kommunikation vor Ort.

 

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