D4 – Integration von Gästen und Bevölkerung in die Gestaltung des Lebensraums

Einen Lebensraum zu gestalten, erfordert die Zusammenarbeit mit vielen Stakeholdergruppen.

In einer Destination gibt es dabei zwei Gruppen, die bei der Entwicklung primär einbezogen werden sollten – die Einheimischen und die Gäste. Gäste- und Bevölkerungsbefragungen können hier zumindest eine erste Grundlage bilden. Für Raumplanungsverfahren sind alle notwendigen Gruppen einzubeziehen.

Matrix für nachhaltige Destinationsentwicklung - Feld D4
Matrix für nachhaltige Destinationsentwicklung – Feld D4

Mit welchen Fragen solltet ihr euch in diesem Zusammenhang beschäftigen?

  • Werden Befragungen mit Gästen und Einheimischen durchgeführt, um Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten in der Destination zu identifizieren?
  • Wie wird die gemeinsame Sichtweise auf den Lebensraum gefördert?
  • Arbeiten verschiedene Institutionen (Tourismus, Stadtplanung, Verkehr, etc.) gut zusammen, um gemeinsam den Lebensraum zu entwickeln? Was wird getan, um die Zusammenarbeit zu fördern?
  • Wie wird die Aufenthaltsqualität gemessen und wie die Lebensqualität? Welche Kennzahlen gibt es für den Erfolg einer Region (außer Übernachtungszahlen, Beschäftigungsquote und Umsatz)?

Wer hat sich schon damit beschäftigt?
Good Practice Beispiele

Blick auf Sankt Sebastian in Ramsau
Gemeinsame Denkräume eröffnen

Philisophicum Ramsau

Das Siegel «Bergsteigerdorf» bezeichnet in der Ramsau nicht nur die Verbundenheit mit dem Alpinismus und seiner Traditionen inmitten eindrucksvoller Bergwelt. Es meint auch, dass hier ein Ort des gemeinsamen Nach-, Vor und Querdenkens ist, wo die vielfältigen Dimensionen, in denen Berge für Menschen Bedeutung haben, zum Thema werden. Das Alpine Philosophicum Ramsau bot dafür den entsprechenden Rahmen. Hier trafen Einheimische und Gäste, Fachleute und Interessierte, Bergprofis und Bergliebhaber auf Augenhöhe zusammen, um sich mit der Eigenart existentieller Erfahrungen am Berg, aktuellen Entwicklungen im Alpinismus oder der Zukunft des Alpenraums auseinanderzusetzen.

Blick auf die Brücke über dem Höllental
Teilhabe

Frankenwald Brücke

Für den Bau zweier Brücken im Naturpark Frankenwald wurden die Bürgerinnen und Bürger zur aktiven Teilhabe und zum Einbringen von Ideen aufgerufen.

Grafik von einer Stempel-Rallye in Garmisch-Partenkirchen
Bürger*innen Beteiligung in Garmisch-Partenkirchen

Loisls Stempel-Rallye

Die insgesamt 10 Stempel-Stationen und Infos haben die Kinder der Klasse 5b der Gröbenschule ausgesucht und erarbeitet. Dank dieser spannenden Entdeckungsreise durch Garmisch-Partenkirchen lernt man den Ort und seine nähere Umgebung auf spielerische Art und Weise kennen.

Blick in einen großen Saal des marinaforums in Regensburg
Aktiver Einbezug der Bürger*innen

marinaforum Regensburg

Da der „alte Schlachthof“ damals in einem neu zu entwickelnden Quartier stand, wurden von Anfang an die dortigen neuen Anwohner*innen in den Bau mit einbezogen, und zwar mit Baustellenfesten und regelmäßigen Baustellenführungen. Bei den Treffen wurde u.a. gefragt, was sich die Anwohner*innen explizit wünschen. Die Bewohner*innen des Marina Quartiers haben zudem eine „marinaforum-Card“ für Ermäßigungen bei Kulturveranstaltungen. Die Namensfindung (von „alter Schlachthof“ zu marinaforum) ist ebenfalls in einem Namenswettbewerb durch die Bürger*innen erfolgt.

Ihr kennt weitere gute Beispiele? Schickt sie uns an freund@bayern.info