Zehn Kommunen, drei Systeme, eine gemeinsame Datenbasis
ILE Abteiland nutzt BayernCloud Tourismus für gemeinsamen digitalen Freizeit- und Tourismusauftritt
Zehn Kommunen, zwei Landkreise und drei unterschiedliche Systeme zur Pflege touristischer Informationen: Mit ihren neuen gemeinsamen Internetauftritten zeigt die ILE Abteiland, wie touristische Daten über kommunale und technische Grenzen hinweg gebündelt und effizient genutzt werden können. Möglich macht dies die BayernCloud Tourismus (BCT) der Bayern Tourismus Marketing GmbH (BayTM). Über sie werden Informationen aus verschiedenen Systemen zusammengeführt und automatisiert auf den neuen Websites der Region ausgespielt.
Die ILE Abteiland ist ein Zusammenschluss von zehn Kommunen im östlichen Bayerischen Wald. Bereits 2021 entstand mit dem Radgebiet Donau-Moldau ein gemeinsames Radwegeangebot. Als anschließend auch das Wanderangebot der Region weiterentwickelt werden sollte, entstand die Idee für einen umfassenderen digitalen Freizeit- und Tourismusauftritt.
Mit www.urlaubsgebiet-donau-moldau.de und www.wandergebiet-donau-moldau.de stehen heute zwei gemeinsame Plattformen zur Verfügung, auf denen Angebote aus allen zehn Kommunen gebündelt dargestellt werden.
Unterschiedliche Systeme, gemeinsame Ausspielung
Eine besondere Herausforderung lag in der technischen Ausgangslage: Die Touristinformationen der zehn Kommunen arbeiten mit drei unterschiedlichen Systemen zur Pflege ihrer touristischen Inhalte. Statt diese einzeln an die neuen Websites anzubinden, nutzt die ILE Abteiland die BayernCloud Tourismus als zentrale Schnittstelle.
Die BCT führt touristische Informationen aus unterschiedlichen Quellsystemen zusammen und macht sie für verschiedene digitale Anwendungen nutzbar. Die Daten werden weiterhin von den jeweils zuständigen Touristinformationen in ihren bestehenden Systemen gepflegt. Über die BayernCloud Tourismus können sie anschließend gebündelt in verschiedene digitale Kanäle und Anwendungen ausgespielt werden – etwa auf die gemeinsamen Websites der ILE Abteiland.
„Der Anwendungsfall der ILE Abteiland zeigt sehr gut, wofür die BayernCloud Tourismus gedacht ist: Daten aus unterschiedlichen Systemen zusammenzuführen und für verschiedene digitale Anwendungen nutzbar zu machen. Gerade für Kommunen und Destinationen schafft das einen echten Mehrwert, weil bestehende Strukturen weiter genutzt werden können und gleichzeitig neue gemeinsame Angebote entstehen. Genau solche Praxisbeispiele zeigen, wie aus einer zentralen Dateninfrastruktur konkrete Lösungen vor Ort werden“, sagt Markus Garnitz, Bereichsleiter Digitalisierung der BayTM.
Rund 300 Datensätze für Gäste und Einheimische
Parallel zum Aufbau der neuen Websites haben die Touristinformationen rund 300 dauerhafte Datensätze neu erfasst oder für die gemeinsame Nutzung aufbereitet. Dazu zählen Wanderwege, Sehenswürdigkeiten, Freizeitangebote oder barrierefreie Toiletten. Hinzu kommen laufend aktualisierte Veranstaltungen.
Über sogenannte Widgets werden die Inhalte aus der BayernCloud Tourismus direkt in die neuen Websites eingebunden. Ein Datensatz kann dabei mehrfach und in unterschiedlichen thematischen Zusammenhängen genutzt werden – beispielsweise auf einer Themenseite und gleichzeitig in einer digitalen Karte. Änderungen müssen nur im jeweiligen Quellsystem vorgenommen werden und können anschließend auch auf den angebundenen Seiten ausgespielt werden.
„Für uns zeigt das Projekt sehr konkret, welchen Mehrwert die BayernCloud Tourismus bietet: Die Daten werden einmal gepflegt und können anschließend an vielen verschiedenen Stellen genutzt werden. Gerade bei zehn Kommunen mit unterschiedlichen Systemen ist das eine enorme Vereinfachung. Gleichzeitig können wir unsere touristischen Inhalte flexibel und thematisch passend auf unseren neuen Websites ausspielen, ohne dafür jeweils eigene technische Lösungen und Lizenzen zu benötigen. Dass uns dafür mit der BayernCloud Tourismus eine vom Freistaat unterstützte digitale Infrastruktur kostenfrei zur Verfügung steht, ist für uns ein großer Vorteil. Auch die Zusammenarbeit mit der Digitalisierungsstelle der BayTM war von Anfang an sehr gut und lösungsorientiert“, sagt Edith Stadlmeyer, Umsetzungsbegleitung ILE Abteiland.
Ein Modell für interkommunale Zusammenarbeit
Der Use Case der ILE Abteiland zeigt, welchen Mehrwert eine gemeinsame Dateninfrastruktur gerade für Kommunen, Destinationen und interkommunale Zusammenschlüsse bieten kann. Bestehende Informationen lassen sich gemeinsam nutzen, ohne parallele Datenbestände oder zusätzliche technische Lösungen aufzubauen. Das reduziert den Pflegeaufwand und hilft, personelle und finanzielle Ressourcen effizient einzusetzen.
Gleichzeitig entsteht für Gäste und Einheimische ein gemeinsamer Zugang zu Freizeit- und Tourismusangeboten der gesamten Region – unabhängig von Gemeinde- oder Landkreisgrenzen.
Die Services der BayernCloud Tourismus stehen der ILE Abteiland und allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung. Bei der Umsetzung wurde die Region vom Bereich Digitalisierung der BayTM fachlich und technisch begleitet.