BayernCloud Tourismus im digitalen Dorf
Gemeinsam in die Zukunft
Wie lässt sich der Tourismus in ländlichen Regionen durch die Digitalisierung touristischer Daten stärken und die BayernCloud Tourismus (BCT) flächendeckend etablieren? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Forschungsprojekt „BayernCloud Tourismus im Digitalen Dorf“.
Ländliche Regionen im Wandel
Es ist nichts Neues, dass besonders ländlich geprägte Regionen mit den Folgen des demographischen Wandels zu kämpfen haben. Die Überalterung und Schrumpfung der Bevölkerung bringen verschiedenste Herausforderungen mit sich. Nicht nur öffentliche und private Dienstleistungen werden dadurch vermehrt eingeschränkt, sondern auch die technische und soziale Infrastruktur, der öffentliche Personennahverkehr, die medizinische Versorgung sowie das Angebot an Kultur-, Sport- oder Freizeiteinrichtungen.
Der demografische Wandel hat Auswirkungen auf die unterschiedlichsten Lebensbereiche. Allein in Bayern gibt es in über 70 % der Kommunen weniger als 5.000 Einwohner. Hier zeigt sich: Es ist wichtig, sich den genannten Herausforderungen zu stellen und Chancen, die sich daraus ergeben, zu erkennen und zu nutzen.
Herausforderungen und Chancen
Ländlich geprägte Regionen haben aber eine Gemeinsamkeit: Ein enormes Tourismuspotenzial! Denn im Vergleich zu städtischen Gebieten haben ländlich geprägte Regionen oftmals eine verbesserte raumbezogene Identität: Diese kann für touristische Angebote rund um die ländliche Kultur und deren Traditionen sowie Aktivitäten in der Natur – wie Radtourismus, Wandern oder Wassersport – und das Erleben der vielfältigen Kultur- und Naturlandschaften genutzt werden.
Das hohe Tourismuspotenzial umfasst nicht nur die bekannten touristischen Ziele in ländlich geprägten Regionen, die bereits deutlich vom Tourismus profitieren, sondern auch die bislang unbekannteren Orte in Bayern. Es gilt auch diese Chancen im Tourismus zu nutzen und Lösungsansätze weiterzuentwickeln, wie man diese Regionen mithilfe der digitalen Bereitstellung touristischer Daten sowie Angebote unterstützen kann. Einen Beitrag zur Lösung leistet dabei die BayernCloud Tourismus (BCT).
Digitales Dorf Bayern
Im Rahmen des 2017 gestarteten Modellprojekts „Digitales Dorf Bayern“ wurden in fünf Modellregionen digitale Lösungsansätze entwickelt und erprobt, um den ländlichen Raum attraktiver und zukunftsfähiger zu gestalten. Die letzten Projektlaufzeiten endeten im September 2023. Insgesamt unterstützte die Bayerische Staatsregierung die fünf Modellregionen mit 13 Millionen Euro.
Die Kompetenzstelle Digitalisierung der BayTM arbeitete dazu gemeinsam mit dem Technologiecampus Grafenau (TCG) daran, die Nutzung der BayernCloud Tourismus in den südbayerischen Modellregionen des „Digitalen Dorfs Bayern“ zu etablieren. Das Projekt verfolgte das Ziel, die Umsetzung der BayernCloud Tourismus (BCT) in ländlich geprägten Regionen voranzutreiben, um eine flächendeckende Nutzung der BCT im gesamten Freistaat zu erreichen. Damit sollen die Chancen der Digitalisierung in der bayerischen Tourismusbranche besser und effizienter genutzt werden.
Konkret standen drei Ziele im Mittelpunkt:
- den Tourismus in den ländlichen Regionen fördern – durch die Digitalisierung touristischer Daten, welche zu mehr Sichtbarkeit und Reichweite führt
- die organisatorischen und technischen Voraussetzungen dafür schaffen, dass viele, gut strukturierte Daten bereitgestellt werden können
- eine Best Practice zur Befüllung der BCT mit hochwertigen Daten in den Modellregionen „Digitales Dorf Bayern“ schaffen
Ziel: Ein Leitfaden mit Handlungsempfehlungen
Anhand der drei bayerischen Modellregionen des „Digitalen Dorfes“ – darunter der Nationalpark Bayerischer Wald, Alpendorf Waginger See sowie die Hörnerdörfer im Allgäu – sollten Praxisbeispiele erarbeitet und Erfahrungen gesammelt werden, die die Nutzung und Befüllung der BayernCloud Tourismus unterstützen. Die Modellregionen wurden dabei umfassend betreut. Während alles rund um die technische Umsetzung der BCT in der Verantwortung der Kompetenzstelle Digitalisierung lag, fungierte der Technologiecampus Grafenau als Ansprechpartner in den Regionen selbst.
Anhand der gesammelten Erkenntnisse zu Datenerhebung, Datenmanagement und der finalen Befüllung der BCT war die Erstellung eines Leitfadens mit Handlungsempfehlungen vorgesehen, von dem weitere Kommunen und Regionen profitieren sollten. Dieser sollte beispielsweise hilfreiche Informationen zur Datenbereitstellung und -nutzung sowie zu technischen, rechtlichen und organisatorischen Möglichkeiten bündeln, die den Anforderungen ländlich geprägter Kommunen gerecht werden.
Die Erfahrungen aus dem übergeordneten Modellprojekt „Digitales Dorf Bayern“ verdeutlichen, wie wichtig bedarfsgerechte digitale Lösungen, eine enge Zusammenarbeit der Projektpartner und die Berücksichtigung regionaler Besonderheiten sind.
Projektergebnisse: Digitale Lösungen für den Tourismus
Dem Gemeinschaftsprojekt gelang es, den touristischen Akteuren in den Modellregionen die große Chance zu verdeutlichen, die in der BayernCloud Tourismus steckt – und zwar nicht nur für den „eigenen“ lokalen Tourismus, sondern für den Tourismus in Bayern insgesamt.
Im nächsten Kapitel des Projekts „BayernCloud Tourismus im digitalen Dorf“ wird es um die praktischen Aspekte gehen: Was ist technisch und organisatorisch notwendig, um die BayernCloud mit Daten füllen zu können? Wer ist für die Daten überregionaler Sehenswürdigkeiten verantwortlich? Welche Kriterien muss ein Destinations-Management-System erfüllen, um gute Daten für die BayernCloud liefern zu können? Und wer verfügt wann über die Datenhoheit?
Alle gesammelten Erfahrungen und Ergebnisse aus den Modellregionen fließen in einen Fahrplan mit Handlungsempfehlungen ein. Dieser Fahrplan ist als eine Art Schritt-für-Schritt-Anleitung für viele weitere Kommunen und Regionen im ländlichen Raum gedacht, die sich so auf den Weg machen können in Richtung Digitalisierung. Und zur BayernCloud Tourismus.