A wie Akzeptanz, B wie Botschafter*in

Ob Glaskünstlerin, Lederhosendesigner oder singender Almhirte – die Bayern-Botschaf­ter*innen sind Menschen, die ihre Heimat lieben. Sie sind verwurzelt in Kulinarik, Natur und Hand­werk, sie verbinden Tradition mit Kreativität. Bei den Gästen sorgen sie für ein echtes, differenziertes Bayern-Bild. Und bei den Einheimischen bereiten sie den Boden für bessere Akzeptanz. Hier stellen wir vier von vielen Botschafter*innen vor – und die Strategie, die die BayTM mit ihnen verbindet

Magdalena Paukner bearbeitet Glas. Sie trägt eine Kette und Ohrringe mit Pflanzenmotiven und eine getönte Brille.
Frauenau: Im Hintergrund sieht man die Kirche Maria Himmelfahrt. Im Vordergrund steht Glaskunst
Magdalena Paukner ist Glaskünstlerin. Ihre Arbeit „Urkraut“ ist in den „Gläsernen Gärten“ in Frauenau zu besichtigen © erlebe.bayern – Tobias Gerber

Magdalena Paukner

Das Glasbläserhandwerk im Bayerischen Wald ist viele Jahrhunderte alt, doch es entwickelt sich weiter, findet zu immer neuen Formen. Besonders gut sichtbar wird das an der jungen Glaskünstlerin Magdalena Paukner aus dem niederbayerischen Zwiesel. Als Vertreterin der gut vernetzten, aufstrebenden Glasszene im Bayerischen Wald hat sie ihren ganz eigenen Stil entwickelt. Ihre Spezialität sind außergewöhnliche Schmuckstücke aus Glas, die sie am Glasbrenner fertigt und zu denen sie sich von der heimischen Natur inspirieren lässt: Blätter, Blüten und Beeren in hinreißenden Farben, raffiniert zu Colliers und Ohrgehängen komponiert. Damit weckt sie ein nachhaltiges Interesse der Urlauber­*innen an traditionellem ostbayerischem Handwerk, verleiht diesem zugleich eine zukunftszugewandte Note und sorgt insgesamt für eine Belebung des Geschäfts.

Links steht Winzer Thomas Schenk an einen Rebstock gelehnt. Rechts sieht man das Dorf Randsacker von oben. Dahinter liegen Steilhänge.

Thomas Schenk

Seit zehn Generationen baut Thomas Schenks Familie an den Steilhängen über dem Main bei Randersacker Wein an. Er selbst übernahm den Betrieb vor sechs Jahren; da war er gerade mal 25 Jahre alt. Thomas ist Mitglied von „Ethos“, einem Zusammenschluss junger fränkischer Winzer*innen, die den lokalen Weinbau für die Zukunft bewahren und dabei möglichst noch ein bisschen verbessern wollen – durch Nachhaltigkeit, gutes Behandeln der Mitarbeiter*innen, Pflege der Dorfgemeinschaften. Mit diesem Ansatz ist Thomas Schenk Vorbild und Ansporn für seine Kolleg*innen, die fränkische Wein-Kulturlandschaft zu erhalten. In der Heckenwirtschaft auf dem Weingut treffen außerdem Einheimische, Urlauber*innen und die Winzerfamilie selbst aufeinander – verträglicher Tourismus, in dem sich Authentizität, Erfahrung und menschlicher Kontakt ergänzen.

Florian Blickenberger schaukelt. Die Schaukel hängt an einem großen Baum, der an einem großen See steht.
Bayern-Botschafter und Designer Florian Blickenberger sitzt in seiner Werkstatt und arbeitet an seinem Schmuck.
Florian Blickenberger ist Designer aus Rosenheim. Unter dem Label „Mamma Bavaria“ entwirft er Schmuck und Kleidung © erlebe.bayern – Peter von Felbert

Florian Blickenberger

Florian Blickenberger trägt Lederhose – und steht für eine coole, selbstbewusste Interpretation bayerischen Brauchtums. Der Rosenheimer Designer entwickelt mit seinem Label „Mamma Bavaria“ regionale Kultur weiter, flicht zum Beispiel Lederarmbänder mit der alten Technik der „Goaßlschnalzer“. In seinem Showroom begreifen Tourist*innen, dass Brauchtum keine Klischee-Folklore ist, sondern etwas Lebendiges, das ein zeit­genössisches Bayern widerspiegelt. Außerdem kennt Florian seinen Chiemgau wie seine Westentasche. Als Botschafter empfiehlt er Geheimtipp-Seen, Wanderrouten und Rosenheimer Clubs, die Tourist*innen sonst nie finden würden. Damit sorgt er für positive Ablenkung von den Hotspots des Tourismus, rückt auch kleinere Anbieter*innen ins Rampenlicht und zeigt die ganze Vielfalt des Angebots.

Florian Karg steht, als Hirte gekleidet, neben einer seiner Kühe in den Bergen. Hinter ihm sieht man die beeindruckenden Alpen.
Opernsänger Florian Karg steht in einem Anzug gekleidet auf einer Bühne und singt.
Opernsänger Florian Karg verbringt den Sommer auf der Plättele Alpe im Allgäu © erlebe.bayern – Gert Krautbauer

Florian Karg

Eigentlich hat er Zimmermann gelernt. Und danach noch klassischen Gesang studiert. Doch einen beträchtlichen Teil des Jahres verbringt Florian Karg in den Allgäuer Bergen – als Alphirte. Weil er die Natur liebt, die Tiere und die Berge, zieht er jeden Sommer mit seiner Familie auf die Plättele Alpe bei Bad Hindelang und kümmert sich zwischen 1.300 und 2.000 Metern Höhe um rund 120 Jungrinder. In der kalten Jahreszeit lebt er unten im Tal und tritt als professioneller Opernsänger in heimischen Produktionen auf. Karg ist ein Freigeist, der sich in keine Klischee-Schubladen stecken lässt. Und dessen Alltag für Tourist*innen unmittelbar erlebbar ist. Seine Alpe liegt mitten im Wandergebiet. Wer ihn hier kennenlernt, gewinnt Verständnis für die Allgäuer Natur, ihre Bewirtschaftung und Bewahrung. Und wird zu einem bewusst reisenden Gast, der auch in der Bevölkerung gut ankommt.